IM GEFÄNGNIS DER GUTEN LAUNE

Wenn die bezauberndste Knastblondine Berlins zum Einschluss ruft, gibt’s keine Widerworte. Also gehe ich am 20. September ins Kookaburra Berlin. Inhaftiert zu sein bei Anne Kraft im „Gefängnis der guten Laune“ ist nämlich die schönste Strafe, die es gibt, so steht es zumindest im Pressetext. Ich bin jedenfalls waaahnsinnig aufgeregt wegen der Mit-Insassen und bin mir nur noch nicht ganz sicher, ob ich meine Gefängnisduschenseife zu Hause lassen kann, ob es WLAN gibt und ob die im singenden Muffintörtchen eingebackene Feile nicht doch vielleicht beiWeiterlesen…

KULTURHAUS KARLSHORST

Huch. Zack, kommt da ’ne Einladung von Frau zu Kappenstein ins Kulturhaus Karlshorst, an ihrer legendären Reihe „Kabarett, Musik und mehr“ teilzunehmen. Ich freue mich auf intimes Gestreichel am Flügel im Kulturhaus Karlshorst, auf einen lustigen Abend mit Robert Erzig, Tom Ehrlich und Dr. Mareike Barmeyer, , und natürlich auf eine der charmantesten Gastgeberinnen, die ich kenne: Frau zu Kappenstein. Infos und Karten bekommen Sie übrigens hier.

SCHEINBAR

Am 12., 13., 14. und 15. Juli habe ich die große Ehre, im berühmten Scheinbar-Varieté Präsentator (oder „Host“, wie es neutsch heißt) der Open Stage zu sein. Ich freue mich wahnsinnig auf rappeldolle Überraschungskünstler, eine umwerfende Crew und das stets grandiose Publikum. Außerdem habe ich neben einem besonders festlichen Outfit nagelneues Liedgut im Gepäck, darunter die zukünftigen Welthits „Ballade Ballade“, „Die Wahrheit“ und „Ich hab noch niemals einen Horst geküsst“. Alle Infos gibt’s hier.

IM BÜHNENRAUSCH

Der charismatische Jens Ohrenblicker hat mich zu seinem Event „Gerührt und geschüttelt“ eingeladen – also werde ich 8-13 Lieder einpacken und singen: am 1. Juni um 20:00 Uhr im Bühnenrausch. Es wird offenbar lustig. Kommen Sie alle, ich komme auch!

KASSE 3 (SKULPTUR D’AMOUR)

Diese Ballade handelt von unerfüllter Liebe, Stalking, industriell gefertigten Lebensmitteln und einem Randgruppenfetisch. Vier gesellschaftskritische Themen in einem einzigen Lied – das ist ressourcenoptimiertes humankapitalsparendes exzellenteffizientes hyperverdichtetes Songwriting.

HEUTE ABEND

Dieses Lied entstand nach ausführlicher Zielgruppenbefragung und repräsentativer Abstimmung.

TAUSEND WOLKEN

Tausend Wolken zieh’n vorbei, ich tat sie zählen, vorhin warn’s noch tausenddrei, doch ich erlaubte mir, drei für Dich zu stehlen.

DIE SOMMERZEIT

Mein neues Lied heißt „Die Sommerzeit“. Es ist ein politischer Protestsong zwischen klassischem Lied und Powerballade und handelt davon, dass die Zeitumstellung gar nicht lustig ist.

ZWANGSWEISE

Zwei Künstler, eine Bühne – eine Katastrophe in zwei Teilen. Kulturhaus Heidekrug in Joachimsthal. Am 8. April 2017 teile ich mir mit dem unerschütterlichen Ulf Henrich eine Bühne – im Kulturhaus Heidekrug im malerischen Joachimsthal. Zwangsweise, denn es herrscht bekanntlich Bühnenknappheit in Deutschland. Ich werde ein paar ganz frische, zuvor noch nie gehörte Lieder singen, und freue mich auf ein wunderbares Ambiente im tollen Heidekrug. Ulf wird vermutlich – wie immer – schon einige Tage früher anreisen, da er ja schließlich noch seine Gitarre stimmen muss…

IM WEG RUMSTEHENDE PAARE BEIM WOCHENENDEINKAUF

Es ist Wochenende, und die Woche endet schnell, doch noch viel schneller endet man im Einkaufsduell, zwischen Radieschensalat und Tütensuppe hab ich sie schon erblickt, einen Hengst mit seiner Puppe, und sie schlendern und sie schleichen und sie schlurfen beim Geh’n, bei einkaufenden Pärchen scheint die Zeit still zu steh’n, und obwohl sie sehr schlank sind und trainiert und auch adrett, steh’n sie mitten im Weg, zwischen Fleischsalat und Mett, und das ganze ist schlimmer als ein Amoklauf: Im Weg rumstehende Paare beim Wochenendeinkauf.

RITA

Seine Freunde nenn’n ihn Rita, so steht’s in seiner Vita, er wünscht sich ein Geburtstagslied, er steht nie an der Bar, er kniet da…

24/7

Die drei Wochen sind um, und ich bin voll mit Hormonen, ich könnt als Aphrodisiakum, in einem Zuchtbetrieb wohnen. Ich bin ihr Pied-à-terre in Kiel, in München ist sie meins, eine Woche Liebesspiel – und dann drei Wochen keins. Mein Appartement, es strahlt, und ist ganz blitz und blink und blank. Ich hab Champagner, eiskalt, und gebügelte Unterhosen im Schrank. Sie steht vor der Tür, ganz echt und lebensgroß, ich bin völlig außer mir, denn endlich geht es wieder los:

FORTSCHRITT

Der Fortschritt der Menschheit ist kein Mysterium. Der Fortschritt ist Evolutionskriterium.  

KEIN LIED FÜR GERMANY

Was sagt man, wenn Horst Blue fragt, ob man um die Wette singen würde? Natürlich ja. Vom 30. März – 1. April 2017. Im Kookaburra in Berlin. Alle Details unter comedyclub.de Tickets gibt’s an der Abendkasse oder bei eventim.

FETISCHIST

Ich bin ein Fetisch-Fetischist, wo nur der Fetisch Fetisch ist. Der Fetisch selbst ist ganz egal, Hauptsache, er ist nicht banal. Ich liebe Kuscheln im Bordell, das macht mich individuell. Ich lecke Leberwurst beim Tantra, Hauptsache, es macht kein and’rer.

REDEN

Deine Gegenwart ist für mich wie ein Sommerwind, die Hormone spiel’n verrückt in meinem Herzen, Deine strahlend blauen Augen sind zwar farbenblind, doch sie leuchten wie zwei Wunderkerzen. Ich bin verknallt in Dich seit unserm ersten Augenblick, und ich habe noch tausend wilde Träume, wenn Du mich ansiehst, ist es wie ein Zaubertrick, meine Liebe für Dich schlägt Purzelbäume.

SCHOKOLADENLAND

„Dick wie’n Schwein, schläft allein“, in Muttis Weisheiten lag soviel Wahrheit. Tessa schwang die Hüften hin und her und versuchte, das halbe Kilo zu finden, welches sie sich in den letzten drei Wochen mühsam weggehungert hatte. Zwecklos. Beherzt drückte sie die Brüste nach oben, warf dem Spiegel einen saftigen Kuss zu und mühte sich, verführerisch zu blinzeln. „Mit meinem verfetteten Fahrgestell besteigt mich nicht einmal ein frisch entlassener Häftling“, konstatierte sie laut und nickte, als bedürfe diese Feststellung einer besonderen Unterstützung.

LIVE IM SEPTEMBER

Tom van Orten ist zu Gast bei Heiners Late Night am 24. September 2016, 20:30 Uhr. Wie es dazu kam: (Ein Gedächtnisprotokoll)

DIE STÖRUNG

„Noch mal! Machen Sie schon!“, sagte der Mann im dunklen Anzug, den man nicht sah, weil es ringsum dunkel war. Stockdunkel. „Hab‘ ich doch dreimal. Erst drückste, dann warteste. Und dann: geschmeidig bleiben und durchatmen!“ Gisela Huppe grunzte, als sie den Bodenwischer an den Reinigungswagen lehnte. „Es ist nur“, der Mann holte tief Luft, sagte aber dann doch nichts mehr. „Nur was?“, fragte Gisela, und ihre Augen leuchteten plötzlich elektrisiert, wenn man sie im Dunkeln denn hätte sehen können.

DER U-BAHN-GITARRIST

Die Sonne ist aus Neonlicht, Schlafen im Karton, hier bin ich nur, hier leb’ ich nicht, Gleis 3 ist mein Balkon. Und dann sitz’ ich hier, als Unterschicht, jeder Traum zerstört, ich sitz’ so tief, ihr seht mich nicht, aber ich weiß, dass ihr mich hört.

ZEITREISE

Ich fand soeben eine antike Aufnahme eines kompositorischen Œuvres von 1991, meinen „Essay 1991“, uraufgeführt zum damaligen Abi-Abschluss-Konzert. Die Querflöte spielte Sonja, deren Nachname mir unglücklicherweise im Laufe der letzten fünfundzwanzig Jahre entfallen ist, am Klavier sitze ich. Ich erinnere mich noch gut, dass die einzige Audioaufnahme mittels eines Diktiergeräts mitgeschnitten wurde, daher auch die berauschende Qualität. Es ist übrigens nie wieder aufgeführt worden. Und doch ist dieses verknitterte Fundstück ein kleiner Beweis dafür, dass man sogar ganz ohne zotige Pointen ein geneigtes Publikum zum Schmunzeln bringen kann. Vielleicht gefällt es Ihnen ja.

SONNTAGS

Wenn die Sonne strahlend glüht und Frühlingswonne prahlend blüht, wenn die Bienchen wieder brummen und die Vögelchen Lieder summen, wenn überall die Gräser sprießen, lustig wieder die Bäche fließen, ja dann wird es Zeit für den schönsten Zeitvertreib:

DAS SCHREIEN DER REGENWÜRMER

Veganismus ist schön, Veganismus ist modern, Veganisten sind die Engel, die wir alle gerne wär’n. Doch es gibt da einen Punkt, der mich überaus verwirrt: Veganistsein an sich ist furchtbar kompliziert.

ANGELSCHEIN

Kommse anne Disko und bist pikfein, aber in Wahrheit siehste aus wie Frankenstein, sagt der Türsteher: „Nee, du kommst hier nich’ rein!“, sachste: „Hey, du Arsch, ich hab ’nen Angelschein.“

TARANTELLA ALLA MORTADELLA

Hört, ich singe und ich träller, wie ein Intellektueller, mit Musik, nicht a cappella, die Tarantella alla Mortadella.

LA BRUME DE PARIS

Ils noircissent l’automne, la tête pleine de mirages, ils se lavent les mains au sang en gueulant leur message, ils puisent la haine dans les yeux qui pleurent, ils se battent sans raison dans une guerre sans vainqueurs.

SKI

Liebe Gemeinde, verehrtes anwesendes Internet, ich habe schon gesehen, Sie haben so viel Schönes möglich gemacht. Sie haben Menschen aus dem Kittchen gecrowdfundet, Sie haben WG-Mädchen Küchenwünsche und Tweeties Fahrradträume erfüllt. Ich komme dann wohl besser mal zur Sache. Also, mein letzter Skiurlaub ist furchtbar lange her, und da ich jetzt über vierzig bin, weiß ich auch gar nicht, wie lange ich diesen wunderschönen Sport, der mich seit frühester Kindheit den ersten Sackhaaren begleitet, überhaupt noch ausüben können werde zu vermögen behuft sein.

NIEMALS

Hand in Hand das Leben genießen. Bis in die Nacht sich mit Cocktails abschießen. Verliebt durch einsame Gassen bummeln. Heimlich in der letzten Busreihe fummeln. Gemeinsam eine Katze adoptieren. Löcher in den Regenbogen stieren. Endlich ein Tattoo stechen lassen. Beim In-die-Augen-schaun den letzten Zug verpassen.